Evangelisch-reformierte
Kirchgemeinde Linden

Lebenskreise

"Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde: geboren werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit …" (Prediger 3,1ff.)
"Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit." (Hebräer 1,38)
"Meine Zeit steht in deinen Händen." (Psalm 31,16)

Der ewige Gott bestimmt die Zeiten und hält sie in seiner Hand. Jedes Geschöpf erhält sein Leben von ihm. Das menschliche Leben verläuft von der Wiege bis zum Grab. Doch die Zeit läuft nicht nur unablässig voran, sondern wiederholt sich auch in wiederkehrenden Kreisen. Das Letzte ist nicht der Tod, sondern das Christ Auferstehung eröffnete Leben, in Ewigkeit.
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Kirchenjahr

Tag: "Gott nannte das Licht Tag und die Finsternis Nacht. Da ward aus Abend und Morgen der erste Tag." (1. Mose 1,5)
Der "Tag" ist das erste Schöpfungswerk Gottes. Es ist die Zeiteinheit, die uns gegeben ist und in der wir leben. Die Wahrnehmung geschieht im Wechsel von Sonne und Mond, von Taghelle und Nachtdunkel. Nach biblisch-jüdischer Überzeugung fängt ein neuer Tag am Vorabend mit dem Eindunkel an und endet am darauf folgenden Tag beim neuerlichen Eindunkeln. Wer mit diesem Rhythmus lebt, empfängt zuerst gnädig eine Zeit der Ruhe bevor ihm die Arbeit aufgetragen ist.
Woche: Und so vollendete Gott am siebenten Tage seine Werke, die er machte, und ruhte am siebenten Tage von allen seinen Werken, die er gemacht hatte. Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, weil er an ihm ruhte von allen seinen Werken, die Gott geschaffen und gemacht hatte." (1. Mose 2,2–3)
Der Rhythmus von Gottes 7-Tagewerk der Schöpfung (Woche) bestimmt bis heute unser Leben. Ein Tag ist dabei besonders herausgehoben als "Tag des Herrn", an dem Gott ruht und die Schöpfung auch ruhen darf. Für Juden ist dies der Schabbat. Weil Jesus Christus am Tag danach vom Tode auferweckt wurde, halten Christen den Sonntag heilig. Wer sich am christlichen Wochen-Rhythmus orientiert, für den beschliesst der Sonntag nicht die Woche, sondern eröffnet sie – ein Zeichen, dass Gottes Tun unserem Tun vorangeht und es umschliesst: Wir beginnen die Woche mit der Auferstehungsgnade des Sonntags und empfangen darin Kraft für die nachfolgende Arbeitswoche.
Jahr: Dreimal im Jahr sollt ihr mir ein Fest feiern!" (2. Mose 23,14)
Der Jahreskreis ist gekennzeichnet durch die Wiederkehr der Jahreszeiten mit dem Wärme und Kälte, Regen und Trockenheit, Aufblühen und Absterben der Vegetation. Dieser geschöpfliche Kreislauf mit Saat und Ernte war im alten Israel verbunden mit einem heilsgeschichtlichen Jahreskreis (mit drei grossen Festanlässen).
Die Kirche Jesu Christi gedenkt feiernd der Erlösung durch Jesus Christus im Kirchenjahr. Dieses nimmt seinen Anfang mit dem Advent (Warten auf Christi kommen). Es folgen Weihnachten (Geburt Jesu), Karfreitag (Kreuzigung), Ostern (Auferstehung), Auffahrt/Himmelfahrt und Pfingsten (Gabe des Heiligen Geistes und Geburtstag der Kirche). Eingeordnet in diesen Jahreskreis sind weitere, z.T. von den Kirchen unterschiedliche begangene Feste wie Erntedank, Bettag (staatlich) und Allerseelen/Allerheiligen bzw. Ewigkeitssonntag (Gedenken der Verstorbenen).
Der Jahreskreis mit seinem Wechsel von gehobenen Zeiten (Feste) und alltäglichen Zeiten nimmt die Christen immer neu hinein in das Geschehen, das Jesus Christus zu unserem Heil getan hat.
Leben: Unser Leben währet siebzig Jahre, und wenn’s hoch kommt, so sind’s achtzig Jahre … Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden … Fülle uns frühe mit deiner Gnade, so wollen wir rühmen und fröhlich sein unser Leben lang." (Psalm 90,10.12.14)
Über das geschöpfliche Leben mit seinen Phasen von der Kindheit bis zum Alter hinaus gibt es auch in Empfang, Bewährung und Vollendung des Glaubens Lebensstufen, besondere Abschnitte und Übergänge. Die Sakramente Taufe (einmalig) und Abendmahl (wiederholt) und weitere Handlungen (Konfirmation, Trauung, Bestattung) bezeugen Gottes Heil, begleiten uns darin und setzen sichtbare Zeichen.
Autor: Corinna Schenk     Bereitgestellt: 27.02.2010     Besuche: 12 Monat